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Strahlenschutz: Ausrüstung & richtiges Verhalten

Nüchtern statt Panik: was die Messwerte bedeuten, welche Ausrüstung im Ernstfall wirklich hilft und wie man sich bei einem Strahlungsereignis verhält – auf Basis der Empfehlungen von BfS und BBK.

Messwerte verstehen

OrtsdosisleistungEinordnung
0,05 – 0,18 µSv/hNormaler natürlicher Untergrund in Deutschland – je nach Geologie und Höhenlage.
bis ~0,3 µSv/hIn Granit-Regionen (Erzgebirge, Bayerischer Wald, Schwarzwald) dauerhaft normal. Auch nach Regen kurzzeitig erhöht (Radon-Auswaschung).
0,5 – 1 µSv/h anhaltendUngewöhnlich – auf amtliche Meldungen achten (NINA-App, BfS, Radio). Ein einzelner Messwert ist noch kein Ereignis.
deutlich darüberNur bei einem realen Ereignis zu erwarten. Dann gelten die Anweisungen der Behörden – siehe Verhaltensregeln unten.

Zum Vergleich: Röntgen-Thorax ≈ 100 µSv einmalig, Interkontinentalflug ≈ 50–100 µSv, natürliche Jahresdosis in Deutschland ≈ 2.100 µSv.

Grundausstattung: was man wirklich braucht

Jodtabletten: nur auf behördliche Anweisung!

Kaliumiodid-Tabletten (65 mg) schützen ausschließlich die Schilddrüse vor radioaktivem Jod – gegen alle anderen Strahlenquellen wirken sie nicht. Der Einnahmezeitpunkt ist entscheidend: zu früh oder zu spät eingenommen nützen sie nichts. Deshalb gilt: nur einnehmen, wenn die Behörden ausdrücklich dazu auffordern. Empfohlen sind sie vor allem für Personen unter 45 Jahren, Kinder und Schwangere; im Ereignisfall verteilen die Katastrophenschutzbehörden die Tabletten. Normale Jod-Nahrungsergänzung ist kein Ersatz und vorsorgliches Dauerschlucken ist gesundheitsschädlich.

Verhalten bei einem Strahlungsereignis

  1. Ins Gebäude gehen und drinnen bleiben. Massive Gebäude schirmen am besten ab – ideal sind Keller oder innenliegende Räume. Schon eine Hauswand reduziert die Dosis deutlich.
  2. Fenster und Türen schließen, Lüftung und Klimaanlage abschalten. Spalten bei Bedarf mit Folie/Klebeband abdichten.
  3. Informiert bleiben: NINA-App, Radio, offizielle Kanäle von BfS und Innenministerium. Anweisungen der Behörden haben Vorrang vor allem, was in sozialen Medien kursiert.
  4. Nicht auf eigene Faust evakuieren. Draußen im Auto ist man schlechter geschützt als im Haus – gefahren wird nur, wenn die Behörden dazu auffordern.
  5. Nach einem Aufenthalt im Freien: Oberbekleidung draußen bzw. im Flur ablegen und in einen Plastiksack packen, duschen, Haare waschen.
  6. Nichts aus dem Garten essen (Obst, Gemüse, Pilze) und Haustiere ins Haus holen, bis die Behörden Entwarnung geben.
  7. Leitungswasser ist in der Regel zunächst weiter nutzbar – Regenwasser nicht. Auch hier gilt: amtliche Hinweise abwarten.

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